30.04. – 27.09.2026 Vier-Jahreszeiten-Park Oelde
Kunstwerk: »Ursprung«, 2026, Edelstahl beschichtet
Melanie Becker-Hoffmann hat eine konstruktive Form, die der Wirklichkeit entnommen wurde, aus miteinander verschmolzenen und sanft gebogenen Edelstahlbändern geschaffen. Diese verkörpert das Ei. Wie durch den prägnanten Titel angedeutet, verweist die Künstlerin damit auf dessen Bedeutung als weltweites Synonym des Schöpfungsursprungs sowie als Sinnbild von Neubeginn und Werden.
Anstelle der geschlossenen Ursprungsform, wie man sie mit dem Ei assoziiert, ist Melanie Becker-Hoffmanns künstlerische Schöpfung eine offene Konstruktion. Die Durchlässe und die behutsam geschwungenen Linienverläufe wirken der optischen Starre entgegen, sodass das Werk ebenso stabil wie fragil, unverrückbar wie beweglich und kompakt wie transparent erscheint. Die Leere zwischen den metallenen Linien ist kein Nichts, sondern von der Natur durchdrungen. Je nach Perspektive verändert sich der Blick. Aus naher Sicht nimmt man kleine Ausschnitte, aus ferner Sicht ein zersplittertes Panorama der Umwelt wahr.
Das Rot verleiht der Arbeit eine besondere Strahlkraft und setzt mit seiner starken Signalwirkung ein kraftvolles Zeichen für Erneuerung, Vitalität und Anfang. Durch seine anregende Wirkung bildet das Werk einen herrlichen Kontrast zum umliegenden Naturterrain im Vier-Jahreszeiten-Park. Die Interaktion zwischen Natur und Kunstwerk, zwischen Form, Farbe und Rhythmus, bleibt ungebrochen – ein stimmiges und stetes Miteinander an diesem spezifischen Ort.
Text: Dr. Diana Lenz-Weber, Kunsthistorikerin

